Wie infiziert der Virus eine Datei?
„Klassische“ Viren hängen sich (also ihren Programmcode) an das Ende einer ausführbaren Datei.
Dabei wird ein Zeiger am Anfang des zu infizierenden Programms gesetzt, was
zur Folge hat, dass nach dem Start des infizierten Programms dieses zunächst
übersprungen wird und der Zeiger den Start gleich auf den Anfang des
Viren-Codes lenkt. Nach Ausführen des Viren-Codes beginnt dann das eigentliche
Programm. Die daraus resultierende Verzögerung ist meistens zu gering um
wahrgenommen zu werden.
Der Virus startet also bei jedem Start des Programms zunächst mit und
versucht von nun an auch andere Dateien zu infizieren.
Durch diese Form der Infektion entstehen nicht zwangsläufig irgendwelche
Schäden.
Andere Viren gehen so vor, dass sie einfach einen gewissen Teil des
Wirtsprogrammes überschreiben, nämlich genau in dem Umfang den sie für ihren
eigenen Code benötigen.
Als Wirtsprogramm wird das infizierte Programm bezeichnet, da es wie ein
biologischer Wirt dem Virus ermöglicht, sich in seinem Code „einzunisten“.
Es gibt auch Viren, die den Original-Bootsektor einer Festplatte
verschieben und sich dann irgendwo auf der Festplatte verstecken.
Mit Hilfe
dieser Methode kann sich ein Virus auch per Diskette verbreiten, selbst wenn
darauf keine Programme gespeichert sind, denn jede Diskette enthält einen
winzigen Bootsektor.
Wird von so einer „leeren“ Diskette gebootet, erscheint lediglich die
Meldung „keine Systemdiskette“ auf dem Bildschirm. Dies reicht jedoch bereits
zum Start eines Virus von der infizierten Diskette.
Wieder andere Viren überschreiben einfach die Informationen, welche in der
FAT über ein Verzeichnis enthalten sind.
Dazu wird als "Adresse" das Virenprogramm für jedes Programm auf
der Festplatte angegeben. Der Virus selbst "verwaltet" die
Original-Adressen der Programme und leitet die Zugriffe an die richtigen
Adressen weiter. Das bedeutet: Das Programm "fragt" bei Zugriff nicht
an der Originaladresse, sondern quasi beim Virus "als Vermittler" an.
Oftmals beschränken sich Viren nicht auf einen der oben genannten
Infektionswege, sondern sehen eine Verbreitung auf mehrere Arten vor und nutzen
dann alle Möglichkeiten, die sich bieten um sich zu verbreiten.
Diese „Fortpflanzungsalternativen“ ermöglichen den Viren eine schnellere und
weitreichendere Ausbreitung und machen es wesentlich schwieriger, sie zu
klassifizieren.
Grundsätzlich kann Malware auf jedem Betriebssystem denkbar sein. Je mehr ein
Betriebssystem jedoch seine Ressourcen kontrolliert, desto weniger Schaden kann
angerichtet werden.
Am stärksten betroffen sind Einzel-Desktopsysteme wie z.B. OS/2, MS-DOS,
und Windows (außer NT).
Fast nur im Windows-Umfeld kommen Makro-Viren für Programme wie Excel und
Word vor, welche sich die Mächtigkeit und Einfachheit der Makrosprache der
Systeme zu Nutzen machen.
Systemnahe Malware ist auf UNIX, Linux oder Windows NT weniger verbreitet.
Internet-Würmer und Trojaner sind jedoch beinahe ebenso gefährlich für diese
Systeme.